Fernwärme für Malempré ̶ eine Kooperative macht’s möglich

Fernwärme für Malempré  ̶  eine Kooperative macht’s möglich
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Ein Fernwärmenetz, realisiert von BürgerInnen, LandwirtInnen, Holzarbeitern und GemeindevertreterInnen als Meilenstein auf dem Weg zur lokalen Energieautarkie...

BürgerInnen beteiligen sich...

Auf Initiative einer Gruppe engagierter LandwirtInnen, im Besonderen Vincent Sépult, konnte in Malempré, einer Ortschaft in der wallonischen Gemeinde Manhay, ein Fernwärmenetz installiert werden. Seit Februar 2014 in Betrieb, wird dieses Fernwärmenetz nun von einer lokalen Kooperative getragen.

...an einem Projekt auf lokaler Ebene...

Vier Jahre dauerte es, bis sowohl die GemeindevertreterInnen als auch die DorfbewohnerInnen vom Projektnutzen überzeugt waren, die Finanzierung sichergestellt und die Infrastruktur für die Anlage  ̶ ein Zentralheizkessel, der mit Holzpellets befeuert wird  ̶  geschaffen werden konnte.

Die zentralisierte Anlage erzeugt Heißwasser und Heizenergie und versorgt damit ein Netz von unterirdischen Leitungen, die direkt zu den Haushalten der DorfbewohnerInnen führen.

Dank der zeitgleich stattfindenden Renovierung der Wasserleitungen und der dazu nötigen Öffnung der Straßen, konnte die Kooperative die Kosten für den Bau des 1,5 km langen Fernwärmeleitungsnetzes niedrig halten.

Derzeit deckt das Fernwärmenetz den Energiebedarf von etwa 40 Gebäuden, darunter sowohl Privathaushalte als auch öffentliche Gebäude, beispielsweise Schulen, Pfarrhaus und Kirche. Damit profitieren bereits die Hälfte der 240 BewohnerInnen der Ortschaft vom Fernwärmenetz.

Die Kooperative hat sich zum Ziel gesetzt, künftig das gesamte Dorf mit Heißwasser und Heizenergie zu versorgen. Gleichzeitig soll durch die Nutzung von lokalen, nachwachsenden Ressourcen, wie Holzresten und landwirtschaftlichen Abfällen, der Status von Energieautarkie erreicht werden. So verfügt die Gemeinde über 7.000 ha große Waldflächen, die ideal zur Brennstoffgewinnung genutzt werden könnten. Um gänzlich energieautark wirtschaften zu können, will die Kooperative einen zweiten Zusammenschluss schaffen, in dem sich LandwirtInnen zur Eigenproduktion von Holz als Brennstoff für das Fernwärmenetz organisieren.

...mit sozialem Anspruch

Malemprés Fernwärme-Projekt zielt darauf ab, die Kooperation und den Zusammenhalt unter den DorfbewohnerInnen zu stärken. Durch Sensibilisierung für die Themen Energieeffizienz und Energieautarkie soll den DorfbewohnerInnen bewusst werden, dass sie selbst ihre Zukunft mitgestalten und nicht mehr von fossilen Brennstoffen abhängig sein müssen. Der hohe soziale Anspruch des Projekts zeigt sich auch in der Entscheidung der Kooperative, die Energiekosten für Privathaushalte zu deckeln. Dies soll insbesondere den einkommensschwächeren Haushalten ermöglichen, ihre Energiekosten leichter abschätzen zu können.

und lokaler Wertschöpfung!

Die Schaffung von Arbeitsplätzen und ein Fokus auf lokale Wertschöpfung bilden den dritten Pfeiler des Projekts. Ortsansässige Firmen wurden mit dem Bau des Fernwärmenetzes (gesamte Investitionssumme: etwa € 950.000) beauftragt. Diese Betriebe sind nun am laufenden Betrieb der Fernwärmeanlage (Produktion der Holzpellets, Buchhaltung, Instandhaltung, etc.) beteiligt. Besonders landwirtschaftlichen Betrieben soll durch das Fernwärmenetz neue Perspektiven eröffnet werden.