Saint-Julien-Montdenis kooperiert mit kommunalen Energieversorgern

PV-Anlage in den Bergen von Saint-Julien-Montdenis (c) SOREA

PV-Anlage in den Bergen von Saint-Julien-Montdenis (c) SOREA

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Marc Tournabien, Bürgermeister von Saint-Julien-Montdenis, dachte schon lange an Energieautonomie. Mit seiner Wahl zum Bürgermeister in 2008, verwirklichte er seine Vision und initiierte eine Reihe von Projekten von Erneuerbare Energien und Energieeffizienz.

Der Kulturschock, der in alpinen Wintersportregionen durch das Aufeinanderprallen von örtlicher Bevölkerung einerseits und TouristInnen andererseits zum Alltag gehört, bringt (auch) viel Positives mit sich – so empfinden die Einheimischen den Einsatz neuer Technologien als Normalität. Vor diesem Hintergrund schafft es Marc Tournabien, seine GemeindebürgerInnen für die Verwendung von Hochgeschwindigkeitsglasfaserkabeln zu begeistern, mit dem Ziel, die lokale Wirtschaft und den Tourismus vor Ort anzukurbeln.

Kommunale Energieversorger decken den Energiebedarf nach nur wenigen Jahren

In den letzten Jahren wurden ein 2-MW-Wasserkraftwerk und mehrere PV-Anlagen mittlerer Größe in Betrieb genommen. Der Output der kommunalen Energieerzeugung übersteigt den Gesamtbedarf der Gemeinde um 150% und ermöglicht so die flächendeckende Versorgung der umliegenden Region Cœur de Maurienne mit Erneuerbarer Energie. Zwei laufende Projekte widmen sich erfolgreich einer neuen Herausforderung: der kommunalen Energieverteilung und -speicherung. Dabei kommen intelligente Zähler (Smart Meter), Lastmanagment und dezentrale Energiespeicherung über Batterien auf den PV-Anlagen zum Einsatz.

Eine wertvolle Kooperation

Durch die Bündelung aller notwendigen Kompetenzen im Rahmen des öffentlich-privaten Energieversorgers SOREA, an dessen Management auch Marc Tournabien beteiligt ist und dessen Hauptsitz ein Passivhaus in Saint-Julien-Montdenis ist, konnte die Vision von Energieautarkie in dem kleinen Bergdorf in Rekordgeschwindigkeit umgesetzt werden. SOREA ging 2007 aus einem Zusammenschluss kleiner kommunaler Energieversorger hervor. Ziel war es unter anderem, Wasserkraft- und Solarenergieprojekte zu starten. Erneuerbare Energien erfreuen sich großer Beliebtheit – auch bei den GemeindebürgerInnen selbst. So verfügen viele Privathaushalte über Solar-Zellen und Holzheizungen.

Von der Gemeinde zur Region

Saint-Julien-Montdenis ist, gemeinsam mit Saint-Jean-de-Maurienne, wegweisend im Erneuerbaren Energie-Bereich für die umliegenden Gemeinden. Die Region Cœur de Maurienne hat derzeit noch keine Energiestrategie umgesetzt. Möge die Erfolgsgeschichte von Saint-Julien-Montdenis zur treibenden Kraft für die gesamte Region werden und zu einer energieautarken Zukunft beitragen!