Ein Klima- und Energie-Werkzeugkoffer für ländliche Regionen

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Anknüpfend an ihren Aktionsplan für nachhaltige Energie (SEAP), hat die Region Le Pays Albigeois et Bastides damit begonnen, Climat Pratic, ein in Frankreich entwickeltes Klima-Tool, anzuwenden. Le Pays Albigeois et Bastides war auch eine der Pilotregionen, in der ClimAgri Diagnosis getestet wurde, eine auf regionaler Ebeneeingesetzte Messmethode zur Bestimmung der Treibhausgasemissionen im land- und forstwirtschaftlichen Sektor.

In Anlehnung an den Climate Compass verzeichnet Climat Practic die (wünschenswerterweise positive) Entwicklung jeder gesetzten Aktion, wobei folgende Stadien berücksichtigt werden: Start-up, Konsolidierung, Entwicklung und Gesamtergebnis. Die Entwicklung wird in Prozentpunkten von der Ausgangsbasis dargestellt.

Bei einigen der gestarteten Aktivitäten, die besonders hervorzuheben sind, wurden

  • Energie-Audits von öffentlichen Gebäuden und Straßenbeleuchtung in mehr als einem Drittel der Gemeinden der Region durchgeführt;
  • Beratungsangebote zu Erneuerbaren Energien für Privathaushalte koordiniert – weitere Aktivitäten sind in Planung;
  • Privathaushalte über Wärmedämmung informiert und zwar einerseits durch eine mehrmals stattfindende „Nacht der Thermografie“ und andererseits durch individuelle Energie-Beratung, um konkrete Energieeffizienz-Maßnahmen für den eigenen Haushalt umzusetzen
  • sowie ein Verzeichnis von noch inoffiziellen, ausbauwürdigen Carsharing-Angeboten angelegt.

Ein Tool speziell für den land- und forstwirtschaftlichen Sektor

Die Region Le Pays de l'Albigeois war auch eine der Pilotregionen der ClimAgri Diagnosis, einer zwischen 2008 bis 2010 entwickelten Messmethode zur Bestimmung der Treibhausgasemissionen im land- und forstwirtschaftlichen Sektor.

ClimAgri hat, belegt durch Daten, gezeigt, dass Methanisierungsprozesse* tatsächlich von energie- und klimapolitischer Relevanz für die Region Le Pays de l'Albigeois darstellen. Worin genau besteht nun die Herausforderung? Entscheidend ist, einen Wettstreit um methanisierungstaugliche, organische Ressourcen zu vermeiden und die Erfolgsfaktoren für das Projekt zu ermitteln.

*Umwandlung von CO und CO2 in Methan

Der französische Projektpartner Solagro ist davon überzeugt, dass Projekte, über welche die LandwirtInnen wirtschaftliche Kontrolle haben und an deren Gestaltungsprozess sie von der Planung bis zur Durchführung aktiv beteiligt sind, am erfolgversprechendsten sind.

Energie- und Klimadiagnostik – anwendbar auf die jeweilige Ressource

Einfachheit und Transparenz waren die Hauptkriterien für die Region Le Pays Albigeois et Bastides bei der Messung der CO2-Emissionen:

"Es liegt nicht im Interesse unserer gewählten VertreterInnen, dass wir uns in langwierigen und kostspieligen Diagnoseverfahren verlieren“, sagt Julien Frat, Energie- und Klimabeauftragter der Region Le Pays Albigeois et Bastides.

„Wir haben uns daher für eine vereinfachte CO2-Bilanz-Methode (ADEME) entschieden. So wurden Emissionen in bestimmten Sektoren, die nicht in unserem Zuständigkeitsbereich liegen, wie z.B. der Abfallbereich, nicht erfasst.

Dies ist völlig ausreichend, wenn wir bedenken, dass bestimmte Daten über unsere Region einen Unsicherheitsgrad von nahezu 30 % aufweisen.Darüber hinaus decken sich unsere Ergebnisse im Allgemeinen mit den Daten, die in anderen Regionen bzw. auf nationaler Ebene erhoben wurden.

Diese CO2-Bilanzen haben dennoch große pädagogische Wirkung und bilden die Basis für weitere Maßnahmen.

Bei der Analyse des Ausgangszustandes ist diese Abweichung als angemessen zu betrachten undwiderspricht auch nicht völlig der Umsetzung vonEnergiebuchhaltungsprojekten in den Gemeindenoder dem Ausbau anderer Bereiche, wie wir das bei der Land- und Forstwirtschaft gemacht haben.

Beide Diagnoseverfahren [Climat Pratic und ClimAgri] ergänzen einander. Das wichtigste hierbei war, zu bestimmen, was wir als nächstes angehen sollen: die Mobilisierung der Bevölkerung oder die Umsetzung konkreter Maßnahmen.“

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Mit Unterstützung von Intelligent Energy Europe

Intelligente Energie für Europa (Intelligent Energy – Europe, IEE) unterstützt Organisationen bei der Förderung nachhaltiger Energiegewinnung. Die Initiative wurde 2003 durch die Europäische Kommission gestartet und ist Teil einer großangelegten Kampagne zur Förderung einer nachhaltigen Zukunft. Energieeffizienz und Entwicklung konkreter Maßnahmen zur Förderung Erneuerbarer Energien auf europäischer Ebene spielen dabei eine entscheidende Rolle. Intelligente Energie für Europa ist ein Schlüsselinstrument bei der Erreichung der 20-20-20-Ziele der Europäischen Union (Reduktion der Treibhausgasemissionen um 20 %, Erhöhung der Energieeffizienz um 20 %, Ausbau der Erneuerbaren Energien auf 20 % am Gesamt-Energieverbrauch in der Europäischen Union). Erfahren Sie mehr